Nordendorf ist ein weiterer wichtiger Meilenstein bei unserem Projekt Augsburg – Donauwörth. Es wird mit einer Länge von etwa 6,2 km das bisher längste Modul. Kern des Moduls ist die Haltestelle Nordendorf, die auch Eilzughalt ist. Der frühere Bahnhof hat im von uns nachgebauten Zustand der frühen 1990er-Jahre noch zwei Bahnsteige und einen am durchgehenden Hauptgleis der Fahrtrichtung nach Augsburg per Schlüsselweiche angeschlossenen Güterbereich. Heute ist dieser Güterbereich nicht mehr vorhanden. Teilweise ist er ein Biotop und dient der DB als Ausgleichsfläche für andere Baumaßnahmen, teilweise ist er mit einem Park + Ride-Platz überbaut. Zwischen der Haltestelle Nordendorf und der Modulgrenze Richtung Norden liegen noch mehrere Blocksignale. In Fahrtrichtung Donauwörth sind dies am Regelgleis die Sbk 209 und 211 und am Gegengleis der Sbk 259. In Fahrtrichtung Augsburg am Regelgleis Sbk 210 und 208 und am Gegengleis Sbk 258.

Nordendorf ist eine selbständige Gemeinde mit knapp 2.500 Einwohnern und Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Nordendorf. Zudem ist es als Kleinzentrum eingestuft und bietet einige überörtliche Angebote. Der Ort liegt an der Schmutter, die am Westrand des breiten Lechtals weitgehend parallel zum Lech bis Donauwörth nach Norden fließt. Der Lech selber schwenkt im Bereich Nordendorf deutlich nach Osten ab und auch die Auwälder des Lech verlassen endgültig das Sichtfeld unserer Strecke. Im Bereich des Moduls verläuft die B2 in relativ knappem Abstand zur Bahnstrecke parallel. In diesem Abschnitt war sie auch in den 1990er-Jahren schon vierspurig ausgebaut, der südlich angrenzende Abschnitt von Gersthofen bis Meitingen wurde erst nach der Jahrtausendwende vierspurig ausgebaut und aus den Ortsdurchfahrten herausgelegt. Von der Modulgrenze aus Westendorf kommend erreicht man sehr schnell die Bahnsteige der Haltestelle Nordendorf, beide Orte sind nur etwa 3 km voneinander entfernt. Nach verlassen des sich nach Norden ausdehnenden Ortsbereichs von Nordendorf zieht sich die Strecke über mehrere Kilometer durch einsame landwirtschaftlich genutzte Bereiche.

Quelle: Opentopomap

Nordendorf ist einer der ältesten Bahnhöfe der Strecke Augsburg – Donauwörth. Das Empfangsgebäude dürfte das älteste noch stehende zwischen Augsburg und Donauwörth sein. Es steht jedoch schon lange leer und ist in einem bemitleidenswerten Zustand. Die Selbstblocksignale der Fahrtrichtung nach Norden sind dem Stellwerk Meitingen zugeordnet, die der Fahrtrichtung Süden dem Stellwerk Mertingen Bf, das inzwischen aber vom Fahrdienstleiter Donauwörth ferngestellt wird.

Betrieblich war Nordendorf immer nach Meitingen und Mertingen Bf der drittwichtigste Zwischenhalt unserer Strecke. Heute halten (außer dem Allgäu-Franken-Express) alle RegionalExpress-Züge im Takt in Nordendorf. Auch früher war Nordendorf Eilzughalt, außer bei den in den 1980er-Jahren teilweise ohne Zwischenhalt von Augsburg Hbf bis Donauwörth verkehrenden Eilzügen mit langen Zugläufen durch ganz Bayern. Die Ladegleise wurden in den 1980ern per Fahrt auf dem Gegengleis von Meitingen kommend erreicht. Nach erledigtem Rangiergeschäft kehrte die Lok wieder (auf dem regelgleis) nach Meitingen zurück. Die Bedienung erfolgte zwei mal täglich, einmal mit der Meitinger Bahnhofsköf, das andere mal sogar mit einer 218, die mit einer Übergabe von Augsburg nach Meitingen gekommen war! Ein Hinweis auf umfangreiche Ladetätigkeit in den Vorbemerkungen zum Buchfahrplan lässt auch auf eine überdurchschnittliche Nutzung schließen.