Das Streckenmodul Gersthofen war das erste gebaute Streckenmodul unseres Projekts Augsburg-Donauwörth. Es umfasst 4,5 km Streckenlänge der DB-Strecke 5300 Augsburg – Donauwörth – Nördlingen. Die südliche Grenze des Moduls ist der Sbk 198 an der Stadtgrenze Augsburg/Gersthofen, das nördliche Modulende liegt am Sbk 203 etwa an der Gemeindegrenze zwischen Gersthofen und Gablingen. Zwischen beiden Modulen ist Gleiswechselbetrieb eingerichtet. Die LZB-Ausrüstung der Strecke beginnt kurz nach dem Modulanfang von Augsburg her.

Kartendaten: © OpenStreetMap-Mitwirkende, SRTM | Kartendarstellung: © OpenTopoMap (CC-BY-SA)

Dazwischen, quasi in der Mitte des Moduls, liegt der Bahnhof Gersthofen. Er hat neben den beiden durchgehenden Hauptgleisen (Gleis 2 und 3) noch das Überholgleis 1 und Rangiergleise an der ehemaligen Ladestraße mit Güterschuppen. Von Gleis 1 zweigt zudem der Privatanschluss zum Lagerhaus sowie ein Anschlussgleis zur Spedition Andreas Schmid ab. Bahnsteigkanten bestehen nur (noch) an den Gleisen 1 und 3, somit müssen nordwärts fahrende und in Gersthofen haltende Züge das durchgehende Hauptgleis verlassen, während an der Bahnsteigkante an Gleis 3 der Fernverkehr mit 200 km/h vorbeibraust. Das Überholgleis 1 ist nicht mit LZB ausgerüstet.

 

Gersthofen: schematischer Gleisplan

Der Bahnhof Gersthofen ist nicht besetzt und hat auch kein eigenes Stellwerk, Gersthofen ist Stellbereich des Stellwerks Gf in Gablingen. Das lange Jahre leerstehende, frühere Empfangsgebäude wurde Anfang 2016 abgerissen. Traurige Berühmtheit erlangte es, als der Bahnhof Gersthofen vor einigen Jahren zum gammeligsten Bahnhof Bayerns gewählt wurde.

Heute halten in Gersthofen alle Regionalbahnzüge des Fugger-Express, der Grundtakt verkehrt in der Relation München – Augsburg (mit Flügelung nach Ulm) – Donauwörth. Hinzu kommen in den Hauptverkehrszeiten Taktverdichter in den Relationen Augsburg – Donauwörth und Augsburg – Meitingen. Ohne Halt in Gersthofen verkehren die jeweils zweistündlichen Regionalexpresszüge München – Augsburg – Treuchtlingen und Augsburg – Treuchtlingen – Nürnberg. Das war nicht immer so, teilweise hielten auch viele Nahverkehrszüge bis in die 1990er-Jahre hinein nicht in Gersthofen, da der Bahnhof Gersthofen etwas peripher liegt und der eigentliche Ort Gersthofen selbst mit dem Stadtbus der eigenen Stadtwerke in dichtem Takt bis in die Augsburger Innenstadt verbunden ist. Zudem liegen die arbeitsplatzreichen Industriebetriebe (v.a. das frühere Hoechst-Werk, heute ein Industriepark) überwiegend am anderen Ende Gersthofens, so dass die Bedienung für die Pendler dort mit Bussen erfolgte. Die Anbindung im Güterverkehr erfolgte mit Übergabezügen von Gablingen her, mit der dort stationierten Kleinlok.

Noch ein paar statistische Angaben zum Modul:

  • 12 Hauptsignale
  • 23 Weichen
  • 24 Fahrstraßen
  • Gleislänge gesamt: 11.995 m