Das Modul Gablingen grenzt nördlich an das Modul Gersthofen und ist bereits fertigestellt und ZPA geprüft. Auch das Modul Gablingen hat eine ähnliche Länge von etwa 4,5 km. Es reicht vom Sbk 202 an der Modulgrenze im Süden (Ri Gersthofen) über den Bahnhof Gablingen bis zum Sbk 205 an der nördlichen Modulgrenze. Das nächste Modul ist hier Langweid (Lech). Die Streckenhöchstgeschwindigkeit beträgt durchgehend 200 km/h.

Der Bahnhof Gablingen hat neben den beiden mit Bahnsteigen ausgerüsteten durchgehenden Hauptgleisen 2 und 3 noch das Überholgleis 4 mit Bahnsteigkante und das dem Güterverkehr dienende Gleis 5. Gleis 5 ist in zwei Abschnitte unterteilt und ermöglicht aus Richtung Augsburg sowohl eine Kurzeinfahrt für endende Übergabezüge als auch eine Langeinfahrt für zu überholende lange Güterzüge. Gleis 1 ist nicht (mehr) vorhanden.

Kartendaten: © OpenStreetMap-Mitwirkende, SRTM | Kartendarstellung: © OpenTopoMap (CC-BY-SA)

Gleis 6 bis 8 gehören bereits nicht mehr zum DB-Netz, sondern zu der im Bahnhof abzweigenden Anschlussbahn des ehemaligen Hoechst-Werks Gersthofen. Diese ist bis heute in regem Betrieb und besitzt eine eigene Werklok, die die Züge aus dem Industriepark nach Gablingen bringt und die von der DB übergebenen Wagen in den Industriepark überstellt. Direkte Ein- und Ausfahrten auf die Hauptstrecke sind von Gleis 6 bis 8 jedoch nicht möglich. Neben den bereits genannten bestehen noch weitere umfangreiche Güteranlagen: westlich Gleis 2 der Bereich der ehemaligen Ladestraße mit Güterschuppen, vom dem aus auch noch ein Anschluss zu einer Flüssiggasverladung abzweigt. Auf der Ostseite des Bahnhofs zweigen ebenfalls mehrere Privatanschlüsse ab: Stadt Langweid (früher Bundeswehr; führt ins Gewerbegebiet Foret, derzeit betrieblich gesperrt), Fa. Silbermann sowie Linde (technische Gase). An beiden Bahnhofsenden liegt ein Ausziehgleis. DB Schenker hat heute eine V60 im Bahnhof Gablingen fest stationiert, die das umfangreiche Rangiergeschäft übernimmt. Zu Bundesbahnzeiten übernahm diese Aufgabe eine Köf.

Im kleinen, fast behelfsmäßig wirkenden, Empfangsgebäude ist der Fahrdienstleiter untergebracht, der neben Gablingen auch den Bahnhof Gersthofen sowie den Abzw. Stahlwerk nördlich von Langweid steuert. Der zugehörige Ort Gablingen liegt gut 2 km vom Bahnhof entfernt, es hat sich auf der Westseite des Bahnhofs der Ortsteil „Gablingen-Siedlung“ mit zahlreichen kleinen Siedlungshäusern herausgebildet. Östlich des Bahnhofs liegt der Ort Stettenhofen nur gut 1 km vom Bahnhof Gablingen entfernt. Nördlich grenzt heute ein großer Gewerbepark der Stadt Langweid an (Ortsteil Langweid-Foret), der auf ein früheres Depot der Bundeswehr zurückgeht. Südlich des Bahnhofs, teilweise von der Anschlussbahn zu den Hoechst-Werken durchquert, liegt der ehemalige Flugplatz Gablingen, der schon von der Königlich Bayerischen Fliegertruppe 1904 eröffnet wurde und im 2. Weltkrieg als Flugfeld diente. 1945 zog die US-Army ein, die das Gelände jedoch schon bald nicht mehr als Flugplatz sondern für andere militärische Zwecke nutzte. 1971 wurde die weithin sichtbare Wullenwever-Antenne als Abhöranlage mutmaßlich der CIA und NSA in Betrieb genommen. 1998 zogen die Amerikaner ab, heute nutzt der BND die Abhöranlage. Weite Teile des früheren Flugfeldes sind jedoch verwildert und ungenutzt.

Obwohl Gablingen und auch die anderen angrenzenden Orte relativ klein sind, war der Bahnhof durch seine betrieblichen Aufgaben immer bedeutender als Gersthofen. Eilzug- bzw. Regionalexpress-Halt war er jedoch nur in Ausnahmefällen. Bis heute finden jedoch in Gablingen mehrmals täglich Überholungen von Regionalbahnzügen durch den Fernverkehr statt. Noch in den 1970er-Jahren gab es im Berufsverkehr einzelne von Augsburg kommende in Gablingen wendende Züge, darunter einige Jahre lang eine 6-teilige Schienenbuseinheit. Im Güterverkehr wird Gablingen mittels eigener, durchaus stattlich langer und meist elektrisch bespannter, Übergabezüge an das Einzelwagennetz angebunden. Nördlich des Bahnhofs beschreibt die sonst bolzengerade Strecke einen sanften mit 200km/h durchfahrenen Bogen.

 

Statistische Angaben:

  • 15 Hauptsignale
  • 42 Weichen
  • 31 Fahrstraßen
  • Gleislänge gesamt 19.706 m

aktueller Status:

Bau beendet. Das Modul wurde vom ZPA geprüft.